Kulturszene OSL trifft sich

Von Montagsmaler bis zum Künstlerkreis07, von Kroppener Dorftheater bis Neue Bühne, vom Gemischten Chor Schwarzbach bis zum studierten Musikwissenschaftler und Tenor reicht die Vielfalt der Kulturszene, die sich zum ersten Kulturfrühstück im Landkreis traf.

Eingeladen hat Landtagsabgeordnete Gabriele Theiss gemeinsam mit der kulturpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Ulrike Liedtke. Beide Politikerinnen möchten wissen, wie es den professionellen und Laienkünstlern im Süden Brandenburgs geht, wo sie Hilfe benötigen, an welchen Projekten sie arbeiten – kurz, wo die politischen Rahmenvorgaben den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Künstler angepasst werden müssen. Der Raum im sanierten Wasserschloss Großkmehlen ist bis auf den letzten Platz gefüllt. „Ich freue mich über das große Interesse und darüber, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind“, so Landtagsabgeordnete Gabi Theiss. Die Künstler nehmen indessen die Plattform gerne an und haben einige Probleme mitgebracht. Bernhard Glück zum Beispiel, einer der Künstler des Vereins Pro Ars Lausitz fordert, dass die Kultur mit in die Verfassung des Landes Brandenburgs aufgenommen wird. So soll der Stellenwert von Kunst und Kultur deutlich erhöht werden. Amtsdirektor Kersten Sickert vom Amt Ortrand dankt den zahlreichen Künstlern in seinem Amt für ihre unermüdliche „Bereicherung des ländlichen Lebens“. Die Museen plagen ebenso wie die Theater strukturelle und finanzielle Sorgen. „Kunst geht nach Brot“, zitiert der Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, Gotthold Ephraim Lessing aus „Emilia Galotti“. Er unterstreicht, dass die Neue Bühne noch mehr Klassenzimmerproduktionen machen möchte, um vor allem den Nachwuchs für Theater und Bühnenkunst zu interessieren. „Es kann nicht sein, dass Schauspieler mit Hochschulabschluss für den Mindestlohn arbeiten“, so der Intendant. Michael Zumpe, Tenor und Chorleiter spricht sich für eine differenzierte Kulturförderung aus. Auch Dr. Ulrike Liedtke kennt viele der Sorgen, die Künstler und Kulturschaffende umtreiben. „Wir geben aus dem Haushalt Brandenburgs 0.9 % für die Kultur aus. Das ist natürlich viel zu wenig“, sagt sie. Ebenso wollen sich die Politikerinnen dafür einsetzen, die Kunst als Staatsziel zu verankern. „Chöre zum Beispiel gehören zum immateriellen Kulturerbe, das bedeutet, sie stehen unter Schutz“, so Liedtke weiter. Die hohen Gema-Gebühren sind Thema, auch, dass die Förderung der musischen Erziehung im Kindesalter einen höheren Stellenwert erhalten muss. Die Künstler appellieren an die Landespolitik, den Rand nicht zu vergessen. Gerade im ländlichen Raum nähmen Vereinsleben und Veranstaltungen einen wichtigen Part bei der Lebensqualität ein. „Ein gelungenes, sehr intensives Treffen“, resümiert Gabriele Theiss. Weitere thematische Treffen werden folgen, um bestimmte Themen zu vertiefen, so die Landtagsabgeordnete.

 

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